Michael Elmgreen und Ingar Dragset

Bild: Michael Elmgreen und Ingar Dragset

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde von Michael Elmgreen (Dänemark) und Ingar Dragset (Norwegen) entwickelt. Das Künstlerduo lebt in Berlin und arbeitet seit 1995 zusammen.

In der Deutung durch Elmgreen & Dragset sollte ein Denkmal nicht statisch sein und als endgültige Aussage begriffen werden, sondern einen lebendigen Charakter aufweisen und dynamischen Veränderungen unterliegen. Die zwei Künstler haben – wie so oft in ihren Arbeiten – ihre ästhetischen Vorstellungen eng an die unmittelbare Umgebung des Denkmals angelehnt. In diesem Falle übernimmt ihre skulpturale Umsetzung die formale Gestaltung des Holocaust-Mahnmals auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Doch die dreidimensionale Form der Eisenmanschen Stelen wird bei Elmgreen & Dragset durch ein zusätzliches Element ergänzt: Der Betrachter kann durch ein kleines, quadratisches Fenster einen Film anschauen, in dem sich zwei Männer umarmen und endlos küssen. Durch den eindeutigen Bezug auf das Holocaust-Mahnmal scheint das Denkmal auszudrücken, dass wir als Menschen zwar alle gleich sind, uns aber dennoch voneinander unterscheiden. Hierin besteht die Herausforderung unserer Toleranz und Akzeptanz.