04. Dezember 2019

Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus« in Heidelberg

4. Dezember 2019 bis 28. Januar 2020, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Bremeneckgasse 12, 269117 Heidelberg

Kranke und behinderte Menschen gehören zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche »Volksgemeinschaft«. Bis zu 400 000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200 000 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Dies geschah inmitten der deutschen Gesellschaft, verantwortet von Psychiatern, Neurologen, Kinder- und anderen Fachärzten, von Verwaltungsfachleuten und Pflegekräften. Die Ausstellung nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie. Sie erzählt die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

 

Eröffnung: 3. Dezember 2019, 19 Uhr
Mit  einer  inhaltlichen  Einführung  von  Prof.  Dr.  med.  Wolfgang  Eckart  (ehemaliger  Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg) und musikalischem Rahmenprogramm

Führungen: 17. Dezember 2019 und 21. Januar 2020, jeweils 19 Uhr
Mit  PD  Dr.  phil.  Thomas  Röske  (Sammlung  Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg) und Prof. Dr. med. Maike Rotzoll (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg)

Finissage: 28. Januar 2020, 19 Uhr
Gespräch  mit  Prof.  Dr.  Dr.  Frank  Schneider  (Initiator der Ausstellung, Universitätsklinikum Düsseldorf)  und  einem/einer  Angehörigen  eines/einer NS-Verfolgten. Mit musikalischer Begleitung.

Zusatzangebot: 1. Februar 2020, 9 bis 17 Uhr
Studienfahrt zur Gedenkstätte für die Opfer der  NS-»Euthanasie«  in  Hadamar.  Details  werden noch bekanntgegeben.


Öffnungszeiten
Di   9.30 – 19.45 Uhr
Mi, Do, Fr  9.30 – 16.30 Uhr
Sa, So   11.00 – 16.30 Uhr
Mo sowie an gesetzlichen Feiertagen geschlossen
Eintritt frei | Führungen nach Vereinbarung

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde in Verbindung mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors erarbeitet.

Bild: Ausstellung »erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus« in Ulm; Fotos: Benjamin Traub, 1914–1941, Privatbesitz, David Föll, 1858–1940, Landesarchiv Baden-Württemberg, Irmgard Heiss, 1897–1944, Familienarchiv Stellbrink