Raum der Orte

Bild: Besucher im Raum der Orte

Ein weiteres Anliegen des Orts der Information ist es, den Mord an den Juden unter der Herrschaft der Nationalsozialisten in seiner Ausdehnung auf ganz Europa darzustellen.

Im Raum der Orte wird auf vier Großbildschirmen jeweils historisches Film- und Fotomaterial zu insgesamt 220 exemplarischen Orten der Verfolgung und Vernichtung der Juden und anderer Opfer des NS-Terrors in einer Endlosschleife gezeigt. Diese umfassen Massenerschießungen, Vernichtungs- und Konzentrationslager, Ghettos und »Euthanasiestätten«, aber auch Deportationswege und Todesmärsche. Neben bekannten Namen, wie den großen Konzentrations-, Durchgangs- und Vernichtungslagern, stehen vor allem weniger prominente oder im kulturellen Gedächtnis bislang gar nicht verankerte Orte im Zentrum der Darstellungen. Dies gilt auch für Städte in den ehemaligen deutschen Ostgebieten wie Breslau, Stettin und Königsberg.
Auf acht schmalen Stelen werden darüber hinaus die sieben Vernichtungslager und beispielhaft die Massenerschießung von Babij Jar bei Kiew durch Fotos und erläuternde Texte dargestellt.
Über Hörstationen kommen auch Zeitzeugen zu Wort. Man hört Berichte und Erinnerungen, die sich auf diese acht Orte beziehen. Die Besucher können in eine Art ungestörten Dialog mit Zeitzeugen treten und gewinnen so einen Eindruck von den individuellen Erfahrungen der Opfer mit Gewalt und Tod.